Planken, Blick zum Wasserturm

 

 

Alles im Quadrat: Kurze Wege in

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Was ist eine Quadratestadt?

Mannheim, die Quadratestadt. Drei Wörter, die ganz einfach von der Zunge rollen und zusammengehören wie Baden und Württemberg, Rhein und Neckar oder Carl und Benz. Diese Art des Städtebaus mag für einige auf den ersten Blick etwas unkonventionell und kompliziert sein. Doch der Schein trügt, denn eigentlich ist es ganz simpel.

Geometrisch, vier Ecken – die Grundvoraussetzung für Quadrate. Mannheim hat genau 144 davon. Aufgeräumt aneinandergereiht zwischen Schloss und Neckar, zwischen Wasserturm und Kurt-Schumacher-Brücke erstrecken sie sich. Falls Sie die Mannheimer City schon einmal auf einer Karte betrachtet haben, wissen Sie: Die Gesamtheit der Quadrate ergibt kein großes Viereck – sie erinnert eher an ein umgedrehtes U, eine aufgeschnittene Wassermelone oder eine herausgestreckte Zunge. Das einzigartige Aussehen geht zurück auf den Beginn des 17. Jahrhunderts: Als Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz 1606 den Grundstein für die Stadt legte, sollte sie zum einen alle militärisch notwendigen Voraussetzungen erfüllen, aber auch den Schönheitsidealen der Renaissance standhalten. Zack, schon war die Planstadt mit Schachbrettmuster konstruiert, die der Legende nach später auch Manhattan als Vorbild dienen sollte.

Wie funktioniert dieses System?

  • Den Durchblick erhalten Sie am einfachsten, wenn Sie dem Barockschloss den Rücken kehren und Richtung Neckar blicken.
  • Die Häuserschlucht, die vom Schloss bis zur Kurpfalzbrücke eine Schneise durch die Gebäudeblöcke pflügt, wird ganz pragmatisch von den Einheimischen als „Breite Straße“ bezeichnet.
  • Links davon arrangieren sich nun die Quadrat-Reihen A bis K, rechts davon die von L bis U.
  • Weil Ordnung sein muss, kennzeichnet jeden Block zusätzlich noch eine Zahl – beginnend bei 1 für das jeweilige Quadrat an der Breiten Straße.

Das klingt sehr knifflig? Keine Sorge: Die berühmten blauen Schilder an den Häuserecken sorgen dafür, dass Sie den Überblick nicht verlieren.

 

Die ortskundigen Mannheimer helfen im Übrigen immer gerne aus, sollten Sie sich verirren. Bestimmt verraten sie Ihnen auch, in welchem Quadrat Mozart seinerzeit den kurfürstlichen Kindern Klavierunterricht gab. Oder Schillers „Räuber“ uraufgeführt wurden. Ein paar Fun Facts sind eventuell auch dabei. So sind die “J“-Quadrate nämlich eigentlich die “I“-Quadrate. Und das C-Quadrat das einzige mit exakt 8 Häuserblöcken. Im Gespräch werden Sie es schnell merken: Trotz ihrer Quadratestadt sind die Mannheimer alles andere als Quadratköpfe. Ganz im Gegenteil, sie sind Querdenker und drücken auch gerne einmal ein Auge zu. Denn streng genommen sind nicht alle Quadrate quadratisch – manche sind eher rechteckig, einige einfach schief und wie man hier sagt „schepp“, mit ein paar Ecken mehr. Genau das macht womöglich auch ihren Charme aus. In jedem Falle wird das Leben hier großgeschrieben, in vollen Zügen genossen. Denn wie heißt es hier so schön: Leben? Hoch zwei – natürlich im Quadrat.