Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen durch die Wolken drängen, erwacht auch die Mannheimer Rheinpromenade zu neuem Leben.
Zwischen der Rheinbrücke und dem Stephanienufer am Waldpark im Stadtteil Lindenhof beginnt das große Flanieren – und die weitläufigen Wiesen werden wahlweise zum Picknick-Revier, Spielplatz oder zur Sonnenbank.
Das Rheinufer mit Blick auf die gegenüberliegende Parkinsel ist nur einen Katzensprung von den Quadraten entfernt und ist doch eine andere Welt: Enten und Schwäne, Ruderboote und große Frachtschiffe ziehen vorbei, jedes hektische Stadtreiben gerinnt zu einem entspannt treibenden Fluss.
Der Auwald des Waldparks mit seinen verwunschenen Spazierwegen erstreckt sich von Nord nach Süd entlang der Stadtteile Lindenhof, Niederfeld und Neckarau. Im angrenzenden Naturschutzgebiet Reißinsel leben seltene Tier- und Pflanzenarten. Um insbesondere die Vögel zu schützen, ist das Gebiet jedes Jahr zur Brutzeit von März bis einschließlich Juni gesperrt. In den vier Monaten können die dort lebenden Tiere ihren Nachwuchs großziehen und die Vegetation kann sich regenerieren. Ab 1. Juli ist die Reißinsel dann wieder für alle zugänglich und der Auwald und die Streuobstwiese laden zum Spazierengehen und Erholen ein. Die Reißinsel ist eine der letzten natürlich vorkommenden Rheinauen im Oberrheingebiet. Weil sie auch außerhalb der jährlichen Sperrzeit ein wichtiger Rückzugsort für Vögel ist, sollten sich Besucherinnen und Besucher unbedingt an die Regeln für das Naturschutzgebiet halten: die Wege beim Spazierengehen nicht zu verlassen sowie Räder und Hunde nicht in das Schutzgebiet mitzunehmen.
Schon im Frühling ist die Wiese, die sich an das Ufer des Neckars schmiegt, ein beliebter Treffpunkt für Mannheimer. Was verständlich ist, denn der Blick, den man von der weiten, grünen Fläche hat, könnte weder schöner noch authentischer für die Quadratestadt sein: Rechts sind in der Ferne die bunten Container und Kräne des Mannheimer Hafens zu erahnen, links deutet der Mannheimer Fernmeldeturm in den blauen Himmel und im Rücken erheben sich die berühmten Drillings-Hochhäuser, die die Skyline von Mannheim prägen.
Vom Alten Messplatz aus sind es lediglich ein paar Stufen bis ans Ufer hinab. Immer dem befestigten Weg folgend, geht es nach einer Weile links hinauf zum Collini-Steg, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick über Mannheim und den Neckar hat und auf dem man sich den frischen, klaren Frühlingswind um die Nase wehen lassen kann. Nun hat man die Wahl: Entweder man setzt den Spaziergang auf der anderen Seite des Neckars direkt am Ufer entlang fort oder man kehrt zurück auf die Neckarstadt-Seite. Ganz gleich für welche Option man sich entscheidet, die Strecke dehnt sich kilometerweit aus, bis man irgendwann am Mannheimer Fernmeldeturm angelangt. Vor allem bei Sonnenuntergang, wenn sich die rotgoldene Sonne im Neckar spiegelt, ist dieser Spaziergang ein wahrer Genuss.
Wer sagt, er kennt das alles schon, macht sich auf zu den weniger besuchten Orten Mannheims. Einer davon, der speziell im Frühling seinen Reiz hat, ist das rund zehn Hektar große Naturschutzgebiet Maulbeerinsel zwischen Neckarkanal und Altneckar. Anknüpfend an einen Plan der Kurfürsten gründete Großherzogin Stephanie von Baden hier eine Maulbeerbaum-Plantage zur Seidenraupenzucht. Mannheim ist zwar kein Zentrum der Seidenherstellung geworden, aber die Maulbeere erinnert hier tröstend daran, dass die Mannheimer Natur schon so manche Krise überdauert hat.
Strecke: ca. 5,7 km // Dauer: ca. 2 Stunden (Rundweg)
Zugang: Über die Neckarschleuse Feudenheim oder die Lauffener Straße
Hoch hinaus kommt man übrigens auch in Mannheim. Hier in der oberrheinischen Tiefebene ist bei 114 Metern allerdings Schluss. Genau so hoch ist die Sanddüne im Unteren Dossenwald bei Mannheim-Rheinau. Perfekt geeignet für eine Solo-Besteigung an einem schönen Frühlingstag, wartet am höchsten Punkt zwischen Eichhörnchenweg und Kaninchenweg der Gipfelstein eines Steinmetzes auf furchtlose Bergsteiger*innen. Und der Ausblick ist – für lokale Verhältnisse – sehr erhebend.
Strecke: 2,3 km // Dauer: ca. 50 Minuten für die einfache Strecke
Zugang: Parkplatz Rothlochweg, Dossenwald oder Parkplatz Dossenwald