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FIEBER! Internationale Schillertage 2019

Bei den Internationalen Schillertagen vom 20. bis 30. Juni 2019 werden Vergangenheit und Gegenwart verknüpft. Die Schillertage sind eine offene Plattform für Neuinszenierungen und vielfältige andere zeitgenössische Kunstformen, die sich mit Schillers Ideen auseinandersetzen.

Foyer im Nationaltheater Mannheim
Foyer im Nationaltheater Mannheim © Hyp Yerlikaya

Die zentrale Anlaufstelle der 20. Internationalen Schillertage ist das Festivalzentrum auf dem Goetheplatz vor dem Nationaltheater Mannheim. Über den gesamten Festivalzeitraum hinweg lädt es ein zum Verweilen und Entspannen. Hier können Sie sich mit anderen Besucher*innen und Künstler*innen austauschen. Auf dem Goetheplatz finden auch die legendären Schill-Outs statt. Jeden Abend können Sie hier zwanglos und kostenfrei eine extravagante Mischung verschiedener Musikstile erleben.

Die Schillertage sind kein gewöhnliches Theaterfestival. Sie sind ein experimentelles Festival, das die Stadt selbst zur Bühne macht. Friedrich Schiller wird „an Orte getragen, an denen man ihn bisher nicht vermutet hätte“, verspricht Intendant Christian Holtzhauer. Da wäre zum Beispiel das EinTanzHaus, eine ehemalige Kirche im Stile des Brutalismus; die Disco Zwei, ein Underground Techno Club mitten in den Quadraten; die Multihalle, die größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt.

Replikat einer antiken Statue
Replikat einer antiken Statue © Hyp Yerlikaya

„Fieber!“ ist das Festivalthema und fieberhaft werden kritische Fragen gestellt, um Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu erhalten: Welche Ideen Schillers inspirieren Künstler*innen heute? Was bedeuten Schillers Überlegungen zum Verhältnis der Geschlechter, zur Auseinandersetzung mit Geschichte oder zur Bildung individueller und kollektiver Identitäten? Wie lassen sich heute Geschichten erzählen, um Menschen in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit darzustellen? Wie inszeniert man Schiller heute?

Claudia Bauers Inszenierung von „Maria Stuart“ zum Beispiel beleuchtet weibliche Politik in einer männerdominierten Welt. Kajetan Skurski und Laurenz Raschke interpretieren „Die Räuber“ als packenden Machtkampf zweier Startup-Gründer. In „Hymne an die Liebe“ analysiert Marta Górnicka die Verrohung von Sprache im Internetzeitalter und deren Folgen. „Mannheim 2.480 oder Die subjektive Sicherheit“ von Clemens Bechtel wagt einen Blick in die Zukunft des öffentlichen Raums vor dem Hintergrund von Überwachung und öffentlicher Sicherheit.

Schillerplatz und Nationaltheater, ca. 1900
Schillerplatz und Nationaltheater, ca. 1900

Bei aller Lust zum Diskurs ist dieses Theaterfestival aber auch ein rauschendes Fest mit aufregendem Theater, Konzerten, Happenings und Partys.

Die 20. Internationalen Schillertage sollen Menschen zusammenbringen, verbinden und fühlen lassen, was Freiheit wirklich bedeutet! Ein bisschen so, wie damals bei der Uraufführung von Schillers „Die Räuber“, von der ein Augenzeuge berichtete: 
 

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„Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme [...] Es war eine Auflösung wie im Chaos, aus deßen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht!“

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