In Mannheim revolutioniert ein Therapiemix die Medizin.

Mit Kypho-IORT hat die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eine bahnbrechende Methode zur Operation von Patienten mit Wirbelsäulen-Metastasen entwickelt: Sie lindert Schmerzen sofort, ermöglicht eine gezielte Therapie und spart kostbare Zeit im Kampf gegen den Krebs. Erstmals 2009 am Klinikum durchgeführt, wurde das Verfahren stetig verbessert und bereits weit über 100 Mal angewandt. Auch außerhalb der UMM hat sich Kypho-IORT bewährt und wird inzwischen in Kliniken rund um den Globus eingesetzt.

Kypho-IORT verbindet zwei bisher getrennte Therapieschritte in einer einzigen minimalinvasiven Operation: Die Kyphoplastie, bei der die von Metastasen befallenen Wirbelkörper mit Knochenzement stabilisiert werden, und die intraoperative Radiotherapie (IORT), bei der die Geschwulste während des Eingriffs bestrahlt werden.

Im OP werden diagnostische Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) mit den Therapieformen der herkömmlichen Chirurgie verknüpft. Während des Eingriffs setzen die Mediziner zielgenau eine optimale Strahlendosis ein, die für jeden Patienten individuell berechnet wird. Die Metastasen werden abgetötet und das angrenzende Rückenmark wird geschont.

Entwickelt hat die Innovation Professor Dr. med. Frederik Wenz, Ärztlicher Direktor der UMM sowie Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, gemeinsam mit Professor Dr. med. Udo Obertacke, stellvertretender Direktor des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums.

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