In Mannheim macht der gute Ton Schule.

Sie gilt als Wegbereiter des modernen Orchesterklangs und der klassischen Konzertsinfonie – die „Mannheimer Schule“. Der Begriff bezeichnet einen Musikerkreis, der sich am Mannheimer Hof während der Regierungszeit des Kurfürsten Carl Theodor bildete.

Es war das Jahr 1743 als der pfälzische Kurfürst Carl Theodor den Geigenvirtuosen Johann Stamitz zum Konzertmeister ernannte und so den Grundstein für eine der einflussreichsten Orchester- und Kompositionsschulen in Europa legte.

Gemeinsam mit dem Kapellmeister Ignaz Holzbauer machte Stamitz das Hoforchester zu einem der anerkannt besten und größten Ensembles europaweit: Sie besetzten nicht nur die Bläser solistisch, sondern komplettierten als eine der ersten die Holzbläser um die damals in der Orchestermusik kaum verwendeten Klarinetten und verbannten das Cembalo zugunsten eines „reinen“ Orchesterklangs aus den Sinfonien. Die Mannheimer schufen so jenen modernen Klang des klassischen Sinfonieorchesters, den Komponisten wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart oder Ludwig van Beethoven ihren Werken zugrunde legten.

Maßstäbe setzten die Mannheimer auch in der Orchestererziehung. Die Spielkultur, die Virtuosität des Einzelnen und die Perfektion in der Ausführung der Kompositionen wurden vom Publikum als Sensation gefeiert. Diese Verdienste kommen vor allem Stamitz’ Meisterschüler Christian Cannabich zu, der nach dem Urteil Mozarts der beste Orchesterleiter war, den er je gesehen hatte. Auf Cannabich geht wohl auch die Einführung des einheitlichen Bogenstrichs bei den Streichern zurück. Was damals noch das Publikum erstaunte, ist aus heutiger Sicht selbstverständlich für Orchester in aller Welt.

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