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Sechs kreative Mannheimer und Mannheimerinnen haben uns ihre Geheimtipps verraten

Mannheim flasht mich

Sechs kreative Mannheimerinnen und Mannheimer haben uns ihre Geheimtipps verraten – wo sich’s am leckersten essen, am besten shoppen und am coolsten ausgehen lässt.

Bartender und Bassist Paul Sieferle

Bartender und Bassist Paul Sieferle
Bartender und Bassist Paul Sieferle © Sieferle & Sailer

Paul Sieferle ist unterwegs im Tourbus zum Auftritt mit Max Giesinger. Der Bassist, Bartender und Unternehmer kam 2009 nach Mannheim, um an der Popakademie zu studieren. Und da er ein umtriebiger Mensch ist, eröffnete er 2012 gemeinsam mit Abian Hammann und Phil Hötte das Hagestolz im Jungbusch. „Wir haben uns bei einem Kneipenjob getroffen und beschlossen, die Bar zu eröffnen, die uns fehlt: mit persönlichem Charakter.

Und so haben wir (fast) alles selbst gemacht.“ Am Anfang waren sehr viele der Gäste Freunde und Bekannte: „Ein starker Identifikations- und Community- Gedanke, der zum Aufschwung im Jungbusch beigetragen hat.“ 2015 hat er mit Marco Sailer, der im selben Jahr zum besten Barbier Deutschlands gekürt wurde, mit Sieferle & Sailer ein „Joint Venture aus Bar und Barbiershop“ eröffnet. Wo kauft der Unternehmer am liebsten in Mannheim ein? Die Kurfürsten Parfümerie fällt Sieferle spontan ein: „Produkte, die gute Laune machen. Da gehe ich mit meiner Mutter hin, wenn sie zu Besuch kommt.“ Beim Schuhkauf trifft man ihn im Pellegrini und für Lebensmittel bei Paola und Pino im D.S. Lebensmittel mit italienischen Spezialitäten. „Wenn ich in Mannheim bin, gehe ich da täglich hin, der Espresso dort ist einfach wunderbar.“ Einmal Mannheim vom Sonnenuntergang bis in die Nacht: Paul Sieferle empfiehlt das Café Flo am Wasserturm zum Aperitif – „Wein, Champagner, alles super“ –, danach zum Essen ins Restaurant Glück & Verstand – „das sind gute Freunde von uns“ – und den Nachbarschafts-Electroclub Disco Zwei zum Ausklang.

Jazztrompeter Thomas Siffling

Jazztrompeter Thomas Siffling
Jazztrompeter Thomas Siffling © Thomas Siffling

Schweben auf Groove- und Klangwolken: Thomas Sifflings aktuelles Projekt „Flow“ in neuer Quintett-Besetzung lädt zum Eintauchen und Abheben ein. Das aktuelle Album des Projekts ist im Frühjahr 2017 erschienen. „Beim vollen Klangteppich in der Fünfer-Formation kann ich meine Einsätze wie Salz und Pfeffer in die Suppe streuen, wann ich will“, freut sich Siffling, der inzwischen zur ersten Garnitur der deutschen Jazztrompeter gehört.

Und auch sonst gibt es Querverbindungen zur Gastronomie: Für das Konzeptalbum „kitchen music“ des Thomas Siffling Trios entwickelte die Stuttgarter Koch-Ikone Vincent Klink eigens den herzhaften „Siffling-Knödel“. Als Genießer und „Allesesser“ mag Thomas Siffling, der seit 22 Jahren in Mannheim zu Hause ist, die kreative Bistronomy von Dennis Maier im Emma Wolf und die ausgezeichnete Küche des Marly im Speicher 7: „Sehr gerne gehen meine Frau und ich zum Mittagstisch zu Gregor Ruppenthal.“ Das Casa della Pasta ist sein weiterer Mittagstipp: „Alles hausgemacht, zwei Gänge, sehr lecker.“ Und abends? Zu allen Jahreszeiten empfiehlt Siffling das Hagestolz und die Bar Sieferle & Sailer im Jungbusch, besonders im Sommer den Blick von der ROOF Bar im Radisson Blu Hotel und der Bar Speicher 7 zum Draußensitzen mit Blick auf den Rhein. „Den allerheißesten Tipp kann ich für nächstes Jahr ab September 2018 geben“, verrät er. Dann soll mit dem „Ella & Louis“ Sifflings jüngstes Projekt eröffnen: ein neuer Jazzclub in Mannheim.

Sängerin und "von Jungfeld"-Gründerin Maria Pentschev

Sängerin und Modedesignerin Maria Pentschev
Sängerin und Modedesignerin Maria Pentschev © Maria Pentschev

Eigentlich kam sie fürs Singen, doch heute macht sie Socken: Maria Pentschev ist gemeinsam mit Geschäftspartner Lucas Pulkert das Business-Duo, das mit dem erfolgreichen Label „von Jungfeld“ seit 2013 für geschmackvoll umhüllte Herrenfüße und mächtig Furore sorgt.
Ihre Zeit an der Popakademie in Mannheim – nach dem Bachelor als Singer-Songwriterin machte sie ihren Master in Musik- und Kreativwirtschaft – hat sie nicht bereut, im Gegenteil.

„Mein Studium war innovativ, praxisnah und Start-up-affin – und damit die ideale Starthilfe für unser Business.“ Aktuell ist „von Jungfeld“ noch eine reine Männermarke.
„Doch ab Herbst/Winter 2018 planen wir auch eine Frauenlinie“, verrät sie. Ihre Homebase ist der Jungbusch. Ihre Genuss-Tipps sind die Restaurants "die Kombüse" (vegetarisches Essen) und "Glück & Verstand". Fürs Nachtleben empfiehlt sie Sieferle & Sailer für „hochwertige Drinks“ und die Disco Zwei: „ein cooler Underground- und Electroclub ohne Neon-Touch – das Gegenteil von Großraum.“ Apropos Musik, die liegt ihr immer noch am Herzen und zwar gerne auch in analoger Form: Nach Vinyl sucht sie im Plattenladen Come Back, in Sachen Kleider schätzt sie die Mode-Kompetenz von engelhorn und den Schuhladen Pellegrini.
Ins Quartier Q 6 Q 7, eine „schöne Ladenlandschaft mit Gastronomie“, geht sie zum Geschenke-Einkaufen, was dank des Shoppingroboters vor dem BUTIQ auch nach Ladenschluss möglich ist – „sehr praktisch“! Und wenn’s mal ruhiger zugehen soll, hat sie auch einen Lieblingsort in Mannheim: die Neckarspitze bei Nacht. „Aufs Wasser schauen, rechts die Neckarstadt, links glitzert die BASF: Das ist Industrieromantik, die ich liebe.“

Gründerin des EinTanzHaus Daria Holme

Gründerin des EinTanzHaus Daria Holme
Gründerin des EinTanzHaus Daria Holme © Daria Holme

„Freiraum gestalten, Lücken schließen, Anregungen geben, träumen und weiterdenken“ – so beschreibt Daria Holme ihre Motivation, wegweisende Projekte wie das Ende September eröffnete EinTanzHaus umzusetzen. „Dabei steht das Machen im Vordergrund, ohne vorher zu viel darüber nachzudenken, was schiefgehen kann.“

Mit ihrem Partner, dem Tänzer und Choreografen Eric Trottier, hat sie den Verein EinTanzHaus e. V. gegründet und ein neues Zentrum für zeitgenössischen Tanz im Gebäude der ehemaligen Trinitatiskirche geschaffen. Künstlerische und organisatorische Leitung teilen sich die beiden.
„Wir sind alles in einem“, sagt die Grafikdesignerin, die an der Gerrit Rietveld Kunstakademie in Amsterdam studiert hat: „Wo Kunst aufhört und Gestaltung anfängt, ist für mich nicht abgegrenzt.“
Für die im Eigenverlag herausgegebene „Kindertseitung“ hat sie jedenfalls schon diverse Preise gewonnen.

Ihre Tipps in der Quadratestadt? „Ich bin zurzeit viel in der Neckarstadt-West unterwegs“, sagt die Mannheimerin. „Die Initiativen Einraumhaus und der Kiosk am Neumarkt sind eine totale Bereicherung.“ Pausen macht sie in der Pizzeria Salerno gegenüber vom EinTanzHaus und als Neckarstädterin natürlich im Adria, DEM Treffpunkt im Stadtteil. Doch auch das Langer kann Daria Holme empfehlen: „eine abgefahrene Mischung aus Mode-, Möbel- und Kunstladen sowie Café.“ Lebensmittel kauft Daria Holme in Edith’s Stadthofladen am Alten Messplatz und – „ebenfalls sehr zu empfehlen“ – im italienischen Lebensmittelladen D.S. Fürs Kleider-Shopping bleibt wenig Zeit. „An Sasas Vintage mit Mode ab den 1930er-Jahren komme ich aber nicht vorbei.“ Und wenn’s um Literatur geht, ist Bücher Bender ihr Ziel, „eine stilvolle Buchhandlung mit Tradition und kein Bücherkaufhaus“!

Zwei-Sterne-Koch Tristan Brandt

Zwei-Sterne-Koch Tristan Brandt
Zwei-Sterne-Koch Tristan Brandt © engelhorn Gastro

„Unsere Küche spielt mit Aromen, häufig aus Asien, die wir in unsere Kreationen einbauen: Wir wollen unsere Gäste mit jedem Gang neu überraschen.“ Tristan Brandt, Küchenchef im Opus V in Mannheim, liebt das Unerwartete – und bleibt dabei dennoch aufs Wesentliche konzentriert:
Die Speisekarte im engelhorn-Flaggschiff hat er konsequent auf drei Hauptzutaten reduziert, die ebenso raffiniert wie einfallsreich kombiniert und komponiert werden.
„Experimentierfreudig, modern und ohne Schnickschnack“ sei seine Küche, sagt der jüngste Zwei-Sterne-Koch Deutschlands. Ein charakteristisches Gericht: „Kabeljau süß-sauer, salzig-scharf“. Die chinesische Küche hat er in Shanghai kennen- und lieben gelernt, auf der MS Europa hat er diese Kenntnisse bei der Zusammenarbeit mit zahlreichen asiatischen Köchen vertieft.

Wenn Tristan Brandt nicht selbst kocht, geht er gerne zu einem guten Italiener: Das Bella Napoli in Mannheim-Neuostheim ist sein Favorit. Doch auch die authentisch österreichische Küche der Pinzgauer Stub’n hat es ihm angetan. Frische Lebensmittel für den eigenen Bedarf kauft er auf dem Mannheimer Wochenmarkt, denn „da gibt es die besten und ausgefallensten Lebensmittel in der ganzen Stadt“.
Experimentierfreudig ist auch Brandts Eisgeschmack: Seine Lieblingssorte Birne mit Parmesan hat der große Eis-Meister Dario Fontanella in seiner Eismanufaktur komponiert, in der bekanntlich auch das Spaghetti-Eis, ein weiterer Liebling von Brandt, erfunden wurde.

Die seltene Freizeit verbringt der Küchenchef, der außer dem Opus V noch vier weitere Restaurants und drei Bars des Modehauses engelhorn leitet, gerne am Wasserturm: „Mit der schönen Architektur und dem vielen Grün mein Lieblingsplatz zum Entspannen in Mannheim.“

Sternekoch Dennis Maier

Sternekoch Dennis Maier
Sternekoch Dennis Maier © LA.MAG, Sebastian Weindel

„Kompakt, lebendig, kleine Karte, Tellergerichte auf hohem Niveau, Augenhöhe zum Gast“, beschreibt Dennis Maier sein Bistronomy, das den Namen seiner Großmutter trägt und Ende 2017 mit dem ersten Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Im cool designten Emma Wolf mit 30 Plätzen steht der Koch, der im Sra Bua in Frankfurt seinen ersten Stern erkocht hat, selbst am Herd.
Zusätzlich hat er die kulinarische Leitung rund um Streetfood und Heimatküche für die Stullenküche im Quartier Q 6 7. „Das ist bislang einzigartig in Deutschland: ein hochwertiges Gastronomie-Konzept in einer modernen Shopping-Mall.“

Für alle, die sich und andere beschenken wollen, empfiehlt er den in Die Küche integrierten Feinkost-Concept Store Schnaps & Liebe mit regionalen Spezialitäten, Wein und Spirituosen.
„Auch eine gute Idee: eine Massage in der Salzgrotte. Das Gebäude ist von außen unscheinbar, drinnen gibt es Entspannung pur.“
Sein Tipp, wenn’s schnell gehen soll, ist das Supan’s – „Mannheims authentischster Thailänder“ – und für alle Liebhaber der japanischen Küche das Tokyo, Sushi-Bar und Restaurant. „Und die ehrliche, leckere, mit Liebe gekochte Küche der Pinzgauer Stub’n mag ich sehr.“

Seine Szene-Tipps im Stadtteil Jungbusch sind Maria und die Bar-Barbier-Kombi Sieferle & Sailer. Und wenn’s mal zur Erholung raus aus der Stadt gehen soll, zieht es den Ur-Gartenstädter in den nahegelegenen Käfertaler Wald: „Da hab ich schon als Kind gespielt. Mit Minigolfanlage und Wildgehege ist der Karlstern im Käfertaler Wald das ideale Ziel für Ausflüge mit der ganzen Familie.“

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