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Queer in Mannheim

Jahr für Jahr weht eine Woche lang die Regenbogenflagge am Mannheimer Rathaus. Mit diesem Symbol für die Akzeptanz und Wertschätzung von Vielfalt bekennt Mannheim ganz klar Farbe und macht sich stark für die Chancengleichheit von Menschen vielfältiger sexueller und geschlechtlicher Identitäten. Mannheim hat nicht nur den ersten LSBTI-Beauftragten Baden-Württembergs, sondern auch hervorragende Hilfsstrukturen und viele, tolle Events.

Mannheim liebt Vielfalt.
Mannheim liebt Vielfalt. © Alexander Kästel

Die Stadt Mannheim engagiert sich seit vielen Jahren für ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt. Mannheim ist zum Beispiel Gründungsmitglied des „Rainbow Cities Network“, einem internationalen Verein von Städten, der sich für die Rechte und aktive Teilhabe von queeren Menschen stark macht. Außerdem hat die Stadt das „Mannheimer Bündnis für ein Zusammenleben in Vielfalt“ ins Leben gerufen.

Das Mannheimer Bündnis ist eine Plattform, auf der die Bündnispartner*innen ihre Kräfte mit dem Ziel verbinden, gemeinsam ein respektvolles Zusammenleben in Vielfalt zu fördern und sich gegen die unterschiedlichen Formen der Herabsetzung und Diskriminierung zu engagieren – sei es beispielsweise aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität, der sozialen oder ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, des Geschlechts, der geistigen, psychischen oder körperlichen Fähigkeiten, des Lebensalters, der Religion oder Weltanschauung.

PRIDE WEEK

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der CSD-Demo
Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz bei der CSD-Demo © Alexander Kästel

Seit 2016 veranstaltet Mannheim den städtischen Regenbogenempfang als starkes Zeichen der Solidarität mit den Anliegen von LSBTI und Wertschätzung insbesondere der ehrenamtlich Aktiven der queeren Community. Der Regenbogenempfang findet jährlich im Rahmen der PRIDE WEEK statt. Eine Woche lang wird die Liebe in all ihrer bunten Vielfalt gefeiert. Die Christopher-Street-Day-Demo mit anschließendem Straßenfest im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses ist eine der größten CSD-Paraden Deutschlands. Bereits am Vorabend des CSD findet der „Dyke*March Rhein-Neckar“ statt, bei dem mehr Anerkennung und Sichtbarkeit für lesbische, bisexuelle und queere Frauen* gefordert werden.

Anlässlich der PRIDE WEEK findet außerdem ein ökumenischer Gottesdienst statt, der sich an die LSBTI-Community richtet. Übrigens bietet die CityGemeinde Hafen-Konkordien auch am Valentinstag einen gut besuchten Queer-Gottesdienst in der Konkordienkirche an.

Grillen & Chillen

Mannheim, Grillen am Strandbad
Mannheim, Grillen am Strandbad © Stadtmarketing Mannheim GmbH, Alexander Grüber

Auch das „Regenbogenfest“, das vom Mannheimer Verein „Benefiz-Rhein-Neckar“ ins Leben gerufen wurde, ist ein Besuchermagnet. Die Veranstaltung mit Musik, Tanz und Tombola findet zu Gunsten von Menschen mit HIV und AIDS statt.

Anlässlich des International Family Equality Day (IFED) versammeln sich alljährlich Regenbogenfamilien und ihre Freund*innen im Luisenpark zum gemeinsamen Grillen. Beliebt ist auch das „Grillen am anderen Ufer“, zu dem PLUS Rhein-Neckar regelmäßig im Juli einlädt.

Für junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren gibt es einmal im Monat die Queer Weekend Lounge. Abseits der kommerziellen Party- und Kneipenszene bietet sie Raum zum gegenseitigen Kennenlernen, für angeregte Diskussionen und einen lustigen und entspannten Abend jenseits gesellschaftlicher Abgrenzung.

Kunterbunte Partys

Hada Ana Party
Hada Ana Party © Francesco Tufano

Wer es sich lieber in Bars, Restaurants und Cafés gemütlich machen will, kann aus unterschiedlichen Locations wählen. Im „Café Lello“ lässt es sich bei italienischem Essen entspannt in den Abend starten. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel die gemütliche „Bar2“ in T6, die vor allem in der Schwulenszene sehr beliebt ist, das „Café Klatsch“, direkt neben dem Nationaltheater, oder auch das lebendige „Café Solo“, Startpunkt des regelmäßig stattfindenden und international bekannten Fetish Pub Crawls.

Sehr beliebt sind die „Himbeerparty“, die einmal im Monat in der Alten Feuerwache stattfindet, und die vierteljährliche „Paisley Party“ für Lesben und alle Frauen* der queeren Community. Die Disco Zwei bietet die „HADA ANA Queer Oriental Electro Party“ und den kunterbunten „Ponyclub“ an. Großer Beliebtheit erfreut sich außerdem das „Gaywerk“ im MS Connexion — dem ehemals größten Schwulenclub Deutschlands, in dem auch anlässlich der PRIDE WEEK eine riesige Party steigt. 

Queer Unterwegs

Studierende der Universität Mannheim bei der Fotoaktion #UnserSchlossIstBunt der Unigruppe „Queer im Schloss“.
Studierende der Universität Mannheim bei der Fotoaktion #UnserSchlossIstBunt der Unigruppe „Queer im Schloss“. © Alexander Kästel

Als nichtkommerzielle Plattform für lesbische, bisexuelle, trans* und queere Frauen* bietet FRIEDA die Möglichkeit, auf Veranstaltungen im Rhein-Neckar-Raum aufmerksam zu machen und sich zum Feiern, Wandern oder zum Sport zu verabreden. Sportbegeisterte Menschen sollten sich auch das Angebot des queeren Sportvereins mvd genauer ansehen.

An der Universität Mannheim hat sich die Unigruppe „Queer im Schloss“ etabliert, die verschiedene, gemeinschaftliche Events organisiert. Abgesehen davon setzt sich „Queer im Schloss“ bei Aktionen wie #UnserSchlossIstBunt für die Rechte und die Anerkennung von LSBTI-Studierenden, nicht nur an der Universität Mannheim, ein.

Interessante Menschen aus aller Welt kennenlernen und sich miteinander austauschen geht auch hervorragend bei den allmonatlichen Koch-Abenden „Cooking Love“, organisiert von PLUS Rhein-Neckar. Hier dreht sich alles um neue Freundschaften und den Spaß am Essen.

Gut beraten

Demonstrierende bei der CSD-Parade.
Demonstrierende bei der CSD-Parade. © Alexander Kästel

Seit über zwanzig Jahren bietet PLUS Rhein-Neckar (kurz für Psychologische Lesben- und Schwulenberatung Rhein-Neckar) vielfältige Aktionen und Seminare, individuelle Beratungstermine, Netzwerktreffen und Info-Veranstaltungen an. Bei „KOSI.MA“, dem Kompetenzzentrum zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI), kann man sich kostenlos und anonym auf HIV und andere STI testen lassen. Selbstverständlich gibt es auch ein Beratungsangebot — beispielsweise zu den Themen PEP und PrEP.

In Mannheim gibt es zudem viele Selbsthilfegruppen: den monatlichen „Transtreff Mannheim“ für Transfrauen* oder auch die Gruppen „Gipfelstürmer“ und „Deltaboys“. Hier finden sich schwule, bisexuelle und trans* Jungs zusammen, um sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und die Freizeit gemeinsam zu gestalten. Für Frauen* gibt es die Gruppe „JuLe“. Hier treffen sich lesbische, bisexuelle, trans* und queere Frauen* zwischen 15 und 25 Jahren zum Austauschen und Kontakte knüpfen.

Alle mitgedacht

If Harry Potter taught us one thing, then nobody has to live in the closet!
If Harry Potter taught us one thing, then nobody has to live in the closet! © Alexander Kästel

Auch für junge trans- oder intergeschlechtliche Menschen gibt es in Mannheim ein Forum. Einmal die Woche treffen sich trans*, inter*, non-binäre und genderqueere Jugendliche und junge Erwachsene in der „sT*ernchen“-Gruppe, um sich gegenseitig zu inspirieren, zu unterhalten und völlig ungezwungen die gemeinsame Freizeit zu genießen. Außerdem gibt es in Mannheim Selbsthilfegruppen für homosexuelle Väter, intergeschlechtliche Menschen, schwule Senioren und queere Lehrer*innen, in denen man von den Erfahrungen der anderen profitieren oder sich selbst aktiv einbringen kann.

Ganz Mannheim lebt die farbenfrohe Liebe und ist dafür bis weit über die Stadtgrenzen hinweg bekannt. Durch die aktive Unterstützung der LSBTI-Community und das bunte Angebot an Bars, Cafés, Clubs und Events zieht Mannheim zahlreiche lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie queere Menschen an, die in der Quadratestadt so sein können, wie sie möchten — und so wie sie sind.

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